Zeltstadtshop

Willkommen auf Zeltstadtshop.at!

Wintercamping - Tipps und Tricks

Auch in der kalten Jahreszeit muss man nicht auf das Zelten verzichten. Wintercamping ist ein ganz besonderes Abenteuer. Doch die härteren Bedingungen und die Kälte stellen schnell eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit dar. Damit der Spaß dennoch nicht zu kurz kommt, haben wir hier für euch einige Tipps und Tricks zusammengefasst, wie ihr trotz der niedrigen Temperaturen warm bleibt.

Ein genereller Tipp aus unserer Erfahrung: Beim ersten Ausprobieren von Wintercaming am Besten einen Platz wählen, der nahe an einer Hütte/dem Auto oder Haus liegt, sodass man im Notfall darauf zurückgreifen kann.

Der Aufbau des Zelts - ein geschützter Platz und eine gute Abspannung

Schon beim Aufstellen des Zelts gilt es folgende Dinge zu beachten: Windschutz, der Untergrund und damit verbunden auch die geeignete Abspannung des Zelts. Bei der Platzwahl sollte darauf geachtet werden aus welcher Richtung der Wind kommt und wie man sich beispielsweise durch Bäume oder Schneewände davor schützen kann. Vor allem am Berg oder auf weiten, flachen Ebenen ohne Bäume sollte man sich bereits im Vorhinein über angesagte Windgeschwindigkeiten und -richtungen erkundigen. Hat man einen geeigneten Platz gefunden, gilt es den Schnee zu komprimieren, damit man in der Nacht nicht einsinkt. Dafür kann man Schi, Schneeschuhe oder eine Schaufel benutzen. Es empfiehlt sich auf Schnee eine passende Zeltunterlage zu verwenden. Diese erhöht die Wassersäule des Zeltbodens und schützt so vor durchdringender Nässe. Auch im komprimierten Schnee ist es nicht einfach das Zelt gut abzuspannen. Der Boden ist meist gefroren und der Schnee oftmals zu tief für herkömmliche Haringe. Es gibt hierfür sogenannte Schneeanker. Das sind besonders lange Haringe mit größerer Fläche, die in den Schnee und Boden geschlagen werden oder Gewebeanker, die mit Schnee oder Steinen befüllt werden können. Besitzt man keine davon, kann man sich auch mit Dingen helfen, die man in der Natur findet oder als Ausrüstung dabei hat. So kann man die Abspannleinen beispielsweise um Stöcke, Steine, Schi oder Schneeschuhe binden und diese zusätzlich vergraben.

Die notwendige Basis: eine gute Isomatte

Auf Schnee zu liegen bedeutet viel Kälte von unten. Eine durchfrorene Nacht raubt dem Körper die Energie, die er für den nächsten Tag braucht. Deshalb wollen viele CamperInnen dicke und warme Schlafsäcke. Dabei wird oftmals vergessen, dass auch die Matte eine enorm wichtige Rolle spielt. Wenn die Matte gut gegen die Kälte vom Boden schützt, kann auch der Schlafsack seine Arbeit zuverlässig erledigen. Am besten isoliert eine selbstaufblasende Matte (die voll aufgeblasen sein sollte). Heute gibt es bereits Modelle, die eine Dicke von 10cm haben, wie die Dreamcatcher von Outwell oder die Ultimate XW von Nomad, aber auch dünnere und somit leichtere Matten können durch qualitativ hochwertige Materialien eine gute Isolation bieten, wie zum Beispiel die Trail Pro von Therm-a-Rest.  Fix geschäumte Matten haben eine schlechtere Isolierung (es fehlt der Luftpolster), hier empfiehlt sich wenn möglich gleich zwei solcher Matten zu verwenden. Auch reinen Luftmatten fehlt oftmals die notwendige Isolation, wodurch sie so leicht sind. Es gibt allerdings bereits Luftmatten mit extrem leichter Füllung, wie die Comfort Plus Insulated Mat von Seatosummit.

Der R-Wert gibt die Isolationsleistung von Matten an und ist daher ein guter Richtwert, wenn man nach einer Matte für das Zelten im Winter sucht. Wir empfehlen eine Matte mit einem R-Wert von 4.0 oder höher. Mehr dazu und zu der richtigen Wahl von Unterlagsmatten findest du in unserer Mattenberatung.

Ist die Isomatte dann doch zu kühl, so suchst du am besten nach allen möglichen Teilen wie Schijacke/-hose, Packsäcke oder Decken, um sie unter die Matte zu stopfen. Am meisten gibst du unter die Bereiche, wo dein Körper mit dem größten Gewicht aufliegt. Profitipp für Grammjäger: Als extrem leichte und günstige Alternative legst du eine „Rettungsdecke“ unter die Matte. Die ist absolut wasserdicht und isoliert die Bodenkälte bzw. Feuchtigkeit (z.B. Vielzweck-Notfalldecke von AceCamp oder die Leichtunterlage Reflex von BasicNature).

Die Wahl des Schlafsacks

 Bei der Wahl des richtigen Schlafsacks für das Zelten im Winter kommt es vor allem auf dessen Wärmeleistung an. Diese wird in einem Testverfahren bestimmt und in 3 Bereichen angegeben. Bei Temperaturen im Komfortbereich des Schlafsacks kann man angenehm schlafen. Der Limitbereich gibt jene Temperatur an, bei der man(n) in zusammengerollter Haltung gerade nicht friert. Bei allen darunter liegenden Temperaturwerten, bis hin zur Extrem-Angabe schützt der Schlafsack vor dem Erfrieren, dennoch ist zu beachten, dass es bei diesen Temperaturen bereits zu einer Unterkühlung kommen kann. Daher ist es wichtig einen Schlafsack zu wählen der im Komfort bis Limitbereich für eine Übernachtung bei den entsprechenden Wintertemperaturen ausgelegt ist.

Eine weitere Rolle spielt die Form des Schlafsacks. So genannte Mumienschlafsäcke haben eine Kapuze, meist einen Wärmekragen und eine körperbetonte Form. All das führt zu einer besseren Wärmeleistung, da über den Kopf die meiste Wärme verloren geht und man durch die Kapuze den Schlafsack bis auf ein kleines Atemloch komplett zuziehen kann. Der Wärmekragen hält die Wärme zusätzlich vor dem Entweichen durch das Atemloch ab und der anliegende Schnitt sorgt für weniger Luftraum, den es zu erwärmen gilt. Die Wahl des Füllmaterials spielt vor allem im Zusammenhang mit Packmaß und Gewicht eine Rolle. Manche Materialien, wie beispielsweise Daune können bei sehr guter Wärmeleistung besser komprimiert werden als Kunstfasern. Daher sind Kunstfaserschlafsäcke meist schwerer und größer, aber unempfindlich gegen Feuchtigkeit und nicht unbedingt kühler.

Schlafsäcke, die sich für Wintercamping gut eignen sind zum Beispiel:

  • Der ultraleichte Daunenschlafsack D600c von Carinthia (Achtung nur noch Restabverkauf, solange der Vorrat reicht)
  • Die robusten, unempfindlichen Schlafsäcke aus dem Jagd- und Wildlife-Segment von Carinthia: Brenta und Defence
  • Die G-Loft (Kunstdaune) Schlafsäcke von Carinthia: G280 und G350
  • Der Daunen-Wollgemisch Schlafsack Biopod DownWool Subzero von Grüezi Bag
  • Die Deckenschlafsäcke von Outwell: Camper Lux und Constellation Lux
 

Extra Wärme: ein Innenschlafsack

Es gibt verschiedene Arten von Innenschlafsacken, auch Inlets genannt. Sie sind sehr dünn und leicht, weshalb die meisten nicht besonders viel Wärme spenden, aber gut für die Hygiene des Schlafsacks sind. Sie nehmen die Feuchtigkeit vom Körper auf und schonen somit das Material des Schlafsacks. Außerdem ist ein Vorteil, dass man mit der Verwendung von Innenschlafsäcken den Schlafsack nicht so oft waschen muss, was auch wiederum das Material schont. 

Auf der anderen Seite gibt auch Inlets, wie die Thermolite Reactor, die den Temperaturbereich des Schlafsacks, durch ihr super-isolierendes Material um bis zu 15°C aufwerten, was neben der Hygiene auch den Effekt hat zusätzlich Wärme zu spenden.

Zu viel oder zu wenig – die Bekleidung im Schlafsack

Ein Schlafsack dient im Grunde nur der Isolation nach außen. Die körpereigene Wärme wird dabei im Inneren des Schlafsacks gehalten. Je besser die Isolationsleistung des Materials, desto wärmer ist auch der Schlafsack. Das heißt aber auch, dass die Körperwärme die Luft im Schlafsack erwärmen muss, damit sich dieser angenehm warm anfühlt. Hat man nun mehrere Schichten bereits direkt am Körper, so wird die Luft im gesamten Schlafsack nicht erwärmt, da die Kleidung dies verhindert. Das heißt man sollte nicht mit Jacke und Schihose im Schlafsack liegen. Am besten funktioniert ein Schlafsack also mit möglichst wenig Schichten zwischen Körper und Schlafsack. Bei kalten Temperaturen, wie im Winter, empfiehlt sich eine gute Schiunterwäsche. Diese hält den Körper grundsätzlich warm ermöglicht aber immer noch die Abgabe von Wärme an die Luft im Schlafsack. Besonders kälteempfindliche Körperteile wie Kopf und Füße können zusätzlich noch mit dicken Socken/einer Haube geschützt werden.

Gegen gefrorene Schuhe – wohin mit der Kleidung für den nächsten Tag

Die Temperaturen außerhalb des Schlafsacks sind auch im Zelt eher gering. Wenn man am nächsten Tag beim Anziehen keinen Kälteschock bekommen möchte, sollte das Gewand also möglichst warm verstaut werden. Der wärmste Ort beim Wintercampen ist innerhalb des Schlafsacks. Demnach kann das gesamte Gewand für den nächsten Tag einfach im Fußbereich des Schlafsacks verstaut werden. Dies hat auch den Vorteil, dass der Körper weniger Luft im Inneren des Schlafsacks erwärmen muss und einem daher schneller wärmer wird. Auch Schuhe können in den Schlafsack gegeben werden. Am besten einen Müllsack mitnehmen und die Schuhe darin verstauen. So friert die Restfeuchte darin nicht über Nacht und man hat am nächsten Tag trockene Füße

Kleine Tricks für noch mehr Wärme

Hier erzählen wir euch die persönlichen Tricks des Zeltstadt.at-Teams!

Denise: Die Trinkflasche mit heißem Wasser füllen und in den Schlafsack legen - erwärmt das Innere schon im Voraus und hält die Füße die Nacht hindurch warm!

Birgit: Wenn man in der Nacht frierend aufwacht hilft eine zuckerhaltige Kleinigkeit zum Essen, ein Müsliriegel zum Beispiel. Das regt die Verdauung an und wärmt dadurch von Innen.

Sabina: Nie kalt schlafen gehen! Am besten vor dem Niederlegen eine kleine Runde gehen, hüpfen oder Tanzen, un den Kreislauf in Schwung zu bringen!

Gerwald: Man friert am stärksten in nasser Kleidung. Demnach Wechselgewand mitnehmen und sich nach der Anstrengung, unbedingt aber vor dem Schlafengehen, trocken legen! Besonders hilfreich dabei ist ein kleines, leichtes Trekkinghandtuch, wie beispielsweise das "Nano" von PackTowl.

Mit vollem Magen schläft man besser – kochen im Winter

Gut gesättigt hat man mehr Energie für eine kühle Nacht und durch das Arbeiten des Verdauungstrakts bleibt auch die Körpertemperatur höher. Beim Kochen am Berg und im Winter gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten. Ein Feuer zu machen kann bei nassem oder gefrorenem Holz schwer werden, wer also kein Holz mitnehmen kann, sollte sich für eine Kochvariante mit Gas entscheiden. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass es unterschiedliche Gasarten gibt. Reines Butangasbrennt  bei niedrigen Temperaturen nicht gut. Sogenanntes Wintergas hat also einen erhöhten Propangaswert, damit es auch bei niedrigeren Temperaturen brennt. Unser Campingaz hat einen 20% Anteil an Propangas, die Kartuschen von  Optimus haben einen 30% Anteil und eignen sich daher auch für das Kochen bei niedrigeren Temperaturen. 

Hier gibt es unsere Auswahl an Kocher.

Besonders praktisch beim Kochen auf Winterabenteuern sind die Gerichte von Trek'n'eat. Diese sind schnell und einfach durch Wasserkochen zubereitet. Sie sättigen, schmecken gut und sind dabei auch schön warm. Außerdem können sie einfach mitgenommen werden ohne großes zusätzliches Gewicht!